Alenka Hain: PRIHODI-ODHODI / DIE EINE KOMMT, DIE ANDERE GEHT

zweisprachiges Theaterstück im Rahmen des Erinnerungsjahres 2025

by TeaterRampa

Alenka Hain

PRIHODI – ODHODI / DIE EINE KOMMT, DIE ANDERE GEHT

dvojezična gledališka predstava / zweisprachiges Theaterstück

premiera / Premiere: 08. Mai 2025 – 20.00

iKult, Südbahngürtel 24, 9020 Klagenfurt/Celovec

 

  • BESEDILO & REŽIJA / BUCH & REGIE: Alenka Hain
  • IGRA / SCHAUSPIEL: Lucija Ostan-Vejrup, Lara Maria Vouk
  • PREVOD / ÜBERSETZUNG: Meta Wakounig
  • ODER & KOSTUMI / BÜHNE & KOSTÜME: Jasna Vastl
  • GLASBENA OPREMA / MUSIK: Marjan Metschina
  • LUČ / LIGHTDESIGN: Konrad Überbacher
  • LEKTORSTVO / LEKTORAT: Alenka Hain / Magda Kropiunig
  • GRAFIKA / GRAFIK: Peter Krivograd
  • FOTOGRAFIJE / FOTO: (c) Jana Jocif
  • PRODUKCIJSKI VODJA / PRODUKTIONSLEITUNG: Martin Moschitz
  • PRODUCENT / PRODUZENT: Teater Rampa & SPZ

ÜBER DAS STÜCK:

Der 8. Mai 1945 bedeutet nicht nur den endgültigen Sieg über den Nationalsozialismus und Faschismus, sondern auch die Rückkehr der Vertriebenen aus den Lagern und den Kriegsschauplätzen; das Fliehen und Vertreiben von Millionen aus ihrer Heimat. Mit diesem Tag beginnt auch eine Zeit der Rache, der Vergeltungsmaßnahmen, der Bestrafungen, neuer Grenzen, die von den Siegern gezogen werden, neuer Ungerechtigkeiten, unerfüllter Versprechen …

In diesem Chaos begegnen sich auf einem kleinen, verlassenen Bahnhof in Kärnten Marija, eine Kärntner Slowenin, die aus einem deutschen Lager nach Hause zurückkehrt, und Johanna, eine Deutsche aus Celje, die vor der Rachsucht der Befreier aus Jugoslawien flieht. Die eine spricht nur Slowenisch, die andere nur Deutsch, obwohl sie die Sprache der jeweils anderen sehr gut verstehen.

Beide sind voller Vorurteile, Hass und Bitterkeit – doch allmählich wächst in ihnen die Erkenntnis, dass ihr Schicksal ein sehr ähnliches ist: Beide wurden nur wegen ihrer „falschen“ Nationalität bzw. ihrer „falschen“ Sprache vertrieben und verstoßen.

RÜCKBLICK:

Im Rahmen des Erinnerungsjahres 2025 ist es gelungen, mit der zweisprachigen Theaterproduktion „PRIHODI–ODHODI / DIE EINE KOMMT, DIE ANDERE GEHT“ von Alenka Hain ein künstlerisch berührendes und thematisch hochaktuelles Projekt umzusetzen. Das Stück zeigt, wie eng Vergangenheit und Gegenwart verwoben bleiben – gerade in einer Region, die bis heute von sprachlich-kulturellen Spannungen geprägt ist.  

Im Zentrum steht die Begegnung zweier Frauen im Jahr 1945, deren einziges „Vergehen“ ihre Sprache und Herkunft ist. Die Inszenierung verwebt persönliche Schicksale mit kollektiver Erinnerung und macht die Folgen von Krieg, Flucht und Vertreibung eindrücklich erfahrbar. In zwei Sprachen, aber einem gemeinsamen Schicksal entfaltet sich die Geschichte, der wegen ihrer Sprache entrechteten, misshandelten Frauen. Ihre Welten kollidieren auf einem verlassenen Bahnhof – einem symbolischen Ort für Abschied und Ankunft –, auf dem anfangs nur Misstrauen und Vorurteil Platz haben. Erst nach und nach entsteht Nähe, wird das Gegenüber als Mensch erkennbar.  

Besonders herausfordernd bei der Erarbeitung des Stückes war die Balance zwischen historischer Sensibilität und künstlerischer Freiheit sowie die zweisprachige Umsetzung für ein gemischtes Publikum. Die sehr positiven Publikumsreaktionen zeigen jedoch, dass das Stück einen „Nerv“ getroffen hat. 

Für die Zeit nach dem Erinnerungsjahr ist eine Wiederaufnahme geplant. Mit Bildungseinrichtungen in Österreich und Slowenien sind Workshops mit Jugendlichen vorgesehen, um die Themen Identität, Sprache, Fremdheit und Versöhnung nachhaltig im Bildungsbereich zu verankern. Die Vision bleibt klar: Theater als Raum für Erinnerung, Dialog und gesellschaftliche Auseinandersetzung.

PRIHODI – ODHODI / DIE EINE KOMMT, DIE ANDERE GEHT - trailer (Quelle: www.rtvslo.si)

 

 

 

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